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Tipps Von MedRez Redaktion 27. Februar 2026 Aktualisiert: 27. Februar 2026 7 Min. Lesezeit

Google Unternehmensprofil für die Praxis richtig einrichten

Wenn Patienten heute einen Arzt suchen, beginnt die Suche fast immer bei Google. Wer „Hausarzt in der Nähe" oder „Zahnarzt Berlin Mitte" eingibt, sieht als Erstes nicht die klassischen Suchergebnisse, sondern das sogenannte Local Pack: drei Praxisprofile mit Karte, Sternebewertung, Öffnungszeiten und Kontaktdaten. Wer dort auftaucht, bekommt Patienten. Wer dort nicht auftaucht, existiert für viele Suchende schlicht nicht.

Die Grundlage für dieses Local Pack ist das Google Unternehmensprofil – ein kostenloser Dienst, den jede Praxis nutzen kann und sollte. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Profil einrichten, optimieren und langfristig pflegen.

Schritt 1: Prüfen Sie, ob Sie bereits ein Profil haben

Bevor Sie ein neues Profil anlegen, sollten Sie prüfen, ob Google bereits eines für Sie erstellt hat. Das passiert häufiger, als man denkt: Google sammelt automatisch Daten aus dem Internet – von Ihrer Website, aus Branchenverzeichnissen, von Bewertungsportalen – und erstellt daraus ein Unternehmensprofil. Ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Zustimmung.

So prüfen Sie es: Öffnen Sie Google Maps und suchen Sie nach dem Namen Ihrer Praxis. Taucht ein Eintrag auf, existiert bereits ein Profil. Das ist nicht schlecht – es bedeutet aber auch, dass dort möglicherweise veraltete oder falsche Informationen stehen, die Sie nicht kontrollieren.

Wichtig: Legen Sie auf keinen Fall ein zweites Profil an, wenn bereits eines existiert. Doppelte Einträge verwirren Google und Patienten gleichermaßen und können Ihr Ranking negativ beeinflussen.

Schritt 2: Profil beanspruchen und verifizieren

Ob Ihr Profil bereits existiert oder nicht – der nächste Schritt ist immer derselbe: Beanspruchen Sie es als Inhaber.

Gehen Sie dazu auf business.google.com und melden Sie sich mit einem Google-Konto an. Idealerweise nutzen Sie ein geschäftliches Google-Konto, nicht Ihr privates. Falls Sie noch keines haben, legen Sie eines an – das dauert zwei Minuten.

Google wird Sie bitten, die Inhaberschaft zu bestätigen. Das geschieht je nach Praxis und Situation auf unterschiedlichen Wegen: per E-Mail, per Telefon, per SMS oder per Postkarte. Manchmal sind auch mehrere Verifizierungsschritte nötig.

Hinweis: Nach der Verifizierung dauert es bis zu sieben Tage, bis Sie alle Funktionen vollständig nutzen können. Planen Sie diesen Zeitraum ein, bevor Sie größere Änderungen vornehmen.

Schritt 3: Die Basisdaten korrekt und vollständig ausfüllen

Ein unvollständiges Profil ist fast so schlecht wie kein Profil. Google bevorzugt vollständige Einträge, und Patienten erwarten korrekte Informationen. Füllen Sie folgende Felder sorgfältig aus:

Praxisname

Verwenden Sie exakt den Namen, der auf Ihrem Praxisschild und Ihrer Website steht. Keine Zusätze wie „Beste Praxis in Berlin" oder „Top-Bewertungen" – Google erkennt solche Manipulationsversuche und kann Ihr Profil abstrafen.

Adresse

Die Adresse muss exakt mit Ihrer Praxiswebsite und allen anderen Online-Einträgen übereinstimmen. Das klingt selbstverständlich, ist es aber oft nicht: „Hauptstraße 15" auf der Website, „Hauptstr. 15" bei Google und „Hauptstrasse 15" bei Jameda – solche Inkonsistenzen verwirren den Google-Algorithmus. Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise und verwenden Sie diese überall.

Telefonnummer

Nutzen Sie Ihre Hauptrufnummer mit Ortsvorwahl. Testen Sie den Anruf-Button auf einem Smartphone – nicht selten ist die Nummer falsch formatiert und funktioniert nicht.

Website

Verlinken Sie auf Ihre Praxiswebsite. Falls Sie keine haben, ist das ein eigenes Thema – aber selbst eine einfache Seite ist besser als keine.

Sprechzeiten

Tragen Sie Ihre regulären Sprechzeiten ein und aktualisieren Sie sie bei Änderungen. Google bietet auch die Möglichkeit, Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Brückentage oder Urlaubszeiten einzutragen. Nutzen Sie das – nichts frustriert Patienten mehr als eine geschlossene Praxis trotz angegebener Öffnungszeit.

Schritt 4: Die richtige Kategorie wählen

Die Kategorie ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Ihr Profil – und gleichzeitig einer der häufigsten Fehler.

Primäre Kategorie: Wählen Sie Ihre Fachrichtung, nicht einfach „Arzt". Ein Eintrag als „Arzt" sagt Google nichts darüber, bei welchen Suchanfragen Ihre Praxis angezeigt werden soll. „Zahnarzt", „Orthopäde", „Hautarzt" oder „Hausarzt" – je spezifischer, desto besser.

Sekundäre Kategorien: Hier können Sie Spezialisierungen ergänzen. Ein Zahnarzt, der auch Implantologie anbietet, sollte „Implantologe" als sekundäre Kategorie hinzufügen. Ein Augenarzt mit Schwerpunkt Kinderaugenheilkunde kann „Kinderaugenarzt" ergänzen.

Tipp: Schauen Sie sich die Profile Ihrer lokalen Wettbewerber an. Welche Kategorien nutzen die Praxen, die im Local Pack auftauchen? Das gibt Ihnen eine gute Orientierung.

Schritt 5: Die Praxisbeschreibung optimieren

Sie haben 750 Zeichen für Ihre Unternehmensbeschreibung. Nutzen Sie diese, um potenziellen Patienten einen echten Eindruck zu vermitteln.

Schwach:

„Wir sind eine moderne Praxis mit erfahrenem Team. Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt."

Das sagt nichts. Jede Praxis könnte das schreiben.

Stark:

„Unsere Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie in Gera bietet konservative und operative Behandlung von Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden. Schwerpunkte: Sportmedizin, Stoßwellentherapie und Arthrosetherapie. Online-Terminbuchung möglich."

Dieser Text enthält die Fachrichtung, den Standort, konkrete Leistungen und eine Handlungsaufforderung. Genau das, was sowohl Google als auch Patienten brauchen.

Grundregeln für die Beschreibung:

  • Fachrichtung und Standort im ersten Satz
  • Zwei bis drei konkrete Schwerpunkte oder Besonderheiten
  • Keine Marketingfloskeln, keine Superlative
  • Falls möglich: Hinweis auf Online-Terminbuchung oder besondere Erreichbarkeit

Schritt 6: Fotos hochladen

Profile mit Fotos erhalten deutlich mehr Interaktionen als solche ohne. Google weiß das und bevorzugt bebilderte Profile im Ranking.

Welche Fotos sollten Sie hochladen?

  • Außenansicht der Praxis: Damit Patienten Sie beim Vorbeifahren oder beim ersten Besuch erkennen. Am besten bei Tageslicht, ohne parkende Autos davor.
  • Empfangsbereich: Der erste Eindruck zählt – ein aufgeräumter, einladender Empfang schafft Vertrauen.
  • Behandlungsräume: Saubere, moderne Räume signalisieren Qualität.
  • Team: Ein Gruppenfoto oder Einzelportraits geben Ihrer Praxis ein Gesicht. Patienten möchten wissen, wer sie behandelt.
  • Logo: Für die Wiedererkennung.

Qualitätstipps:

  • Nutzen Sie echte Fotos, keine Stockbilder
  • Achten Sie auf gute Beleuchtung – Smartphone-Fotos reichen, wenn das Licht stimmt
  • Aktualisieren Sie Fotos, wenn sich etwas ändert (Renovierung, neues Team)
  • Laden Sie mindestens fünf bis zehn Fotos hoch

Achtung: Jeder Google-Nutzer kann Fotos zu Ihrem Profil hochladen. Prüfen Sie regelmäßig, ob unpassende oder veraltete Bilder von Dritten hinzugefügt wurden.

Schritt 7: Leistungen und Attribute eintragen

Google bietet die Möglichkeit, konkrete Leistungen aufzulisten und Attribute anzugeben. Beides wird von vielen Praxen übersehen – und genau das ist Ihre Chance.

Leistungen sollten die wichtigsten Behandlungen und Angebote Ihrer Praxis widerspiegeln: Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Ultraschall, Akupunktur, Sportmedizin – alles, was Patienten suchen könnten.

Attribute sind zusätzliche Merkmale wie „Barrierefreier Zugang", „Online-Termine", „Parkplätze vorhanden" oder „Spricht Englisch". Diese Angaben helfen Patienten bei der Entscheidung und können in Suchergebnissen als Filter dienen.

Schritt 8: Beiträge veröffentlichen

Das Google Unternehmensprofil bietet eine Beitragsfunktion, die ähnlich wie Social Media funktioniert. Sie können kurze Updates, Neuigkeiten oder Informationen posten, die direkt in Ihrem Profil erscheinen.

Ideen für Beiträge:

  • Neue Mitarbeiterin im Team vorstellen
  • Hinweis auf Grippeschutzimpfung in der Saison
  • Urlaubsvertretung oder geänderte Sprechzeiten ankündigen
  • Neue Leistung oder neues Gerät vorstellen
  • Teilnahme an Fortbildungen oder Zertifizierungen

Ein bis zwei Beiträge pro Monat reichen. Das Ziel ist nicht, einen Social-Media-Kanal zu betreiben, sondern Google zu signalisieren, dass Ihr Profil aktiv gepflegt wird. Aktive Profile werden gegenüber inaktiven bevorzugt.

Schritt 9: Bewertungen systematisch einholen

Ein Profil ohne Bewertungen ist wie ein Wartezimmer ohne Patienten – es wirkt verlassen. Doch auf vereinzelte Bewertungen zu hoffen, reicht nicht. Der Schlüssel liegt darin, den Prozess der Bewertungseinholung zu systematisieren und möglichst nahtlos in den Praxisalltag zu integrieren.

Genau hier setzen Reputation-Management-Tools wie MedRez an: Statt manuell Links zu verschicken oder einzelne Patienten anzusprechen, können Sie den gesamten Prozess automatisieren – von der Erinnerung nach dem Termin bis zur Weiterleitung auf Ihr Google-Profil. Das entlastet Ihr Team, sorgt für einen kontinuierlichen Strom an Bewertungen und gibt Ihnen gleichzeitig die Kontrolle darüber, wie Ihre Praxis online wahrgenommen wird.

Denn eines ist klar: Je einfacher Sie es Patienten machen, eine Bewertung abzugeben, desto mehr Bewertungen werden Sie erhalten. Und mehr Bewertungen bedeuten bessere Sichtbarkeit.

Schritt 10: Laufende Pflege – der entscheidende Unterschied

Die Einrichtung des Profils ist der erste Schritt. Der langfristige Erfolg hängt von der regelmäßigen Pflege ab. Legen Sie eine verantwortliche Person fest – Praxisinhaber, Praxismanagerin oder eine technikaffine MFA – und etablieren Sie eine einfache Routine:

Wöchentlich (5 Minuten):

  • Neue Bewertungen prüfen und beantworten
  • Prüfen, ob jemand Änderungen an Ihrem Profil vorgeschlagen hat

Monatlich (10 Minuten):

  • Einen kurzen Beitrag veröffentlichen
  • Sprechzeiten und Kontaktdaten auf Aktualität prüfen
  • Statistiken ansehen: Wie oft wurde Ihr Profil angezeigt? Wie viele Anrufe kamen darüber?

Quartalsweise (15 Minuten):

  • Fotos aktualisieren oder ergänzen
  • Leistungen und Attribute prüfen
  • NAP-Daten (Name, Adresse, Telefon) mit Website und anderen Verzeichnissen abgleichen

Die häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Doppeltes Profil erstellt: Suchen Sie zuerst, bevor Sie ein neues Profil anlegen. Zwei Profile für dieselbe Praxis sind ein Ranking-Killer.

Kategorie „Arzt" statt Fachrichtung: Je spezifischer die Kategorie, desto besser findet Google die passenden Suchanfragen für Ihre Praxis.

Inkonsistente Daten: Wenn Name, Adresse und Telefonnummer auf Google, Ihrer Website und in Verzeichnissen nicht übereinstimmen, kann Google die Einträge nicht zuordnen. Achten Sie auf identische Schreibweisen.

Keine Fotos: Ein Profil ohne Bilder wirkt verlassen und unprofessionell. Laden Sie mindestens fünf echte Fotos hoch.

Profil einrichten und vergessen: Ein verwaistes Profil verliert über die Zeit an Sichtbarkeit. Die laufende Pflege ist genauso wichtig wie die Einrichtung.

Auf Bewertungen nicht antworten: Wer Bewertungen ignoriert, verschenkt einen der wirksamsten SEO-Hebel und verpasst die Chance, Vertrauen aufzubauen.

Was ein gut gepflegtes Profil bewirkt

Die Investition in Ihr Google Unternehmensprofil ist eine der wenigen Maßnahmen im Praxismarketing, die komplett kostenlos ist und trotzdem messbare Ergebnisse liefert. Optimierte Profile haben eine fast dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, Interaktionen auszulösen – also Anrufe, Website-Besuche oder Routenberechnungen.

Zusammen mit regelmäßigen Bewertungen und aktiven Antworten bildet Ihr Google Unternehmensprofil das Fundament Ihrer digitalen Sichtbarkeit. Es ist die erste Anlaufstelle für Patienten, die Sie noch nicht kennen – und der erste Eindruck entscheidet.


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